Workshop 04/16

Dokumentation des Workshops „Institutionelle Diskriminierung an Berliner Schulen?!“

Am 5. April haben wir in Berlin einen eintägigen Workshop für Berliner Lehramtsstudierende und Stipendiat_innen der Hans-Böckler-Stiftung zu institutioneller (Mehrfach-)Diskriminierung an Berliner Schulen durchgeführt (siehe Workshop-Ankündigung). Gemeinsam mit circa 25 Teilnehmenden haben wir uns an dem Tag aus theoretischer wie praktischer Perspektive mit institutionalisierten diskriminierenden wie rassistischen Verhältnissen und deren Konsequenzen auf den Berliner Schulalltag beschäftigt. Zentrale Fragen waren u.a.: Wie äußert sich institutionelle Diskriminierung im Lokalraum der Schule; welche Erfahrungen sind damit verbunden? Wie hängen erfahrene und beobachtete Diskriminierung mit den Lebens-, Schul- und Wohnverhältnissen vor Ort zusammen? Inwiefern lassen sich in diesem Kontext Verwebungen unterschiedlicher Diskriminierungsformen (wie Rassismus, Sexismus, Ableism, Altersdiskriminierung, Adultismus, Klassismus, Homophobie und Trans*-Diskriminierung) beobachten? Auf welche Weise und mit welchen Mitteln können wir gemeinsam zu einem inklusiven Schulumfeld beitragen?

Nach der Vorstellung unseres Projektes sowie einem einführenden Vortrag von Dr. Birgit zur Nieden (HU Berlin) zu institutioneller Mehrfachdiskriminierung im Bildungsbereich an der Fachstelle „Kinderwelten“, haben wir nach einer kurzen Mittagspause den Türkischen Elternverein Berlin-Brandenburg e.V. in Kreuzberg besucht. Wir wurden hier von Turgut Hüner, Mitarbeiter beim Türkischen Elternverein, sowie Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB), empfangen. In einem circa zweistündigen Gespräch haben wir von der Arbeit des Türkischen Elternvereins, insbesondere dessen Eingebundenheit in schulstrukturelle Veränderungsprozesse hinsichtlich der Diskriminierung von Schüler_innen und Eltern mit Migrationsgeschichte im Berliner Schulsystem erfahren sowie unterschiedliche Initiativen und Projekte des TBBs gegen strukturellen Rassismus auf nationaler und internationaler Ebene kennengelernt. An das Treffen im Elternverein schloss sich ein weiteres Referentinnen-Gespräch mit Maryam Haschemi Yekani in den Kreuzberger Mehringhöfen an. Maryam gab uns Einblick in verschiedene Diskriminierungsfälle im Kontext Berliner Schulen, die sie in der Vergangenheit und aktuell betreut(e) und stellte uns das Berliner Netzwerk gegen Diskriminierung in Schule und Kita (BeNeDiSK) vor, das unter ihrer Mitarbeit aktuell u.a. Empfehlungen für eine unabhängige Informations- und Beschwerdestelle erarbeitet.

Die Powerpoint-Präsentation von Birgit zur Nieden kann hier abgerufen werden.

Das Gespräche mit Trugst Hüner und Ayşe Demir  haben wir aufgezeichnet. Es kann unten angehört werden.

Wir bedanken uns herzlich für die interessierte Teilnahme der Student_innen, die Zeit und Erfahrungen, die die Referent_innen mit uns geteilt haben sowie den anregenden Austausch!